Mittwoch, Juli 22, 2009 

Gedicht zur Finanzmarktkrise

"Höhere Finanzmathematik"

Wenn die Börsenkurse fallen,
regt sich Kummer fast bei allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.

Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen – echt famos!

Leichter noch bei solchen Taten
tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert.

Wenn in Folge Banken krachen,
haben Sparer nichts zu lachen,
und die Hypothek aufs Haus
heißt, Bewohner müssen raus.

Trifft's hingegen große Banken,
kommt die ganze Welt ins Wanken
auch die Spekulantenbrut
zittert jetzt um Hab und Gut!

Soll man das System gefährden?
Da muss eingeschritten werden:
Der Gewinn, der bleibt privat,
die Verluste kauft der Staat.

Dazu braucht der Staat Kredite,
und das bringt erneut Profite,
hat man doch in jenem Land
die Regierung in der Hand.

Für die Zechen dieser Frechen
hat der kleine Mann zu blechen
und – das ist das Feine ja –
nicht nur in Amerika!

Und wenn Kurse wieder steigen,
fängt von vorne an der Reigen –
ist halt Umverteilung pur,
stets in eine Richtung nur.

Aber sollten sich die Massen
das mal nimmer bieten lassen,
ist der Ausweg längst bedacht:
Dann wird bisschen Krieg gemacht.

Autor: Richard Kerschhofer, Wien 2008.

[http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/426756/index.do?from=suche.intern.portal]

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Samstag, Februar 21, 2009 

Modernes Animationsvideo zur aktuellen Finanzkrise (HD)

Sehr gut gemachtes Video zur aktuellen Finanzkrise:

The Crisis of Credit Visualized from Jonathan Jarvis on Vimeo.

[http://www.crisisofcredit.com/]

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Montag, Januar 26, 2009 

Banken durch Drogengelder gerettet?

Die Finanzkrise setzt ja immer wieder neue Maßstäbe. Nun ermittelt die UNODC (Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung) gegen unbenannte Banken. Sie sollen zum Teil bewusst Gelder krimineller Vereinigungen in Anspruch genommen haben. Der zuständige Kommissar bemerkte dazu:

"Vielfach ist Drogengeld derzeit das einzige verfügbare liquide Investmentkapital".

Ja das ist schon richtig, wenn jemand viel Bargeld hat, dann sicherlich weil es keiner weiter erfahren darf.

Na zumindest in Frankfurt haben es die Bänker nicht weit gehabt, dass Rotlichtviertel liegt nur ein Steinwurf von den Hochhäußern der Banken entfernt..

Dazu:

Spiegel Online:
[http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,603421,00.html]

Süddeutsche Zeitung:
[http://www.sueddeutsche.de/finanzen/340/456011/text/]

International Herald Tribune:
[http://www.iht.com/articles/reuters/2009/01/25/europe/OUKWD-UK-FINANCIAL-UN-DRUGS.php]

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Samstag, Januar 24, 2009 

FUN: Neuer Werbespot der HSH-Nordbank



Video auf NDR Seite: [http://www3.ndr.de/sendungen/extra_3/media/extra550.html]

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Sonntag, Januar 18, 2009 

FUN: Antrag aus Ausschüttung des Anteils am 500-Millarden-Rettungspaket



Wer Zeit hat, kanns mal versuchen ;)

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Freitag, Januar 09, 2009 

Die Zweckgesellschaften der Banken

nachdem Mandies Bar eine kleine Grundlage geliefert hat, wird es heute spezifischer. Wir greifen uns heute die Zweckgesellschaften als ein Teil der Krise heraus.

Da Banken schonmal gerne ein großes Risiko eingehen möchten ohne das es der Anleger direkt merken soll, gründen sie Zweckgesellschaften.

Was machen z.B. diese Zweckgesellschaften?
Sie kaufen schlecht bewertete Kredite z.B. sie direkt von Ihrer Mutterbank auf. Dieses Konstrukt sieht natürlich ein wenig kommisch aus, warum sollte eine Gesellschaft die der Bank selbst gehört die "giftigen" Wertpapiere aufkaufen?
Das hat einen ganz einfach Grund: wenn die giftigen Wertpapiere in der Bank selbst schlummern, könnte ja die Bewertung (Bonität der Bank) darunter leiden. Ausserdem würden Aktionäre solche Banken meiden, das wäre natürlich nicht gut.

Was macht die Zwecksgesellschaft mit den "giftigen" Wertpapieren?
Da sie die Risiken nicht selbst behalten möchte werden sie ebenfalls zum Teil weiterverkauft. Also werden die Kredite hübsch in ein CDO (Credit Debt Obligation) verpackt und Teile dessen (Tranchen) am Kapitalmarkt teilweise weiterveräußert. Bei manchen Zweckgesellschaften, räumt die Mutterbank noch eine hohe Kreditlinie ein. Somit wird die Bonität der Zweckgesellschaft gestärkt, dadurch lassen sich die Papiere am Markt besser veräußern. (Das ganze ist natürlich noch komplexer aber wird vereinfacht dargestellt).

Wo liegt das Problem?
Das ganze läuft ganz gut, denn Kredite sind ja mit Vermögenswerte gesichtert (deswegen heißen sie auch Asset Backed Securities). Wenn diese Vermögenswerte jedoch fallen, zahlt ja keiner soviel Geld für Krediteportfolios wie vorher, faktisch sind diese ABS weniger wert. Dazu gibts natürlich auch ein Paar Charts:




Wie man sieht gings massiv bergab (von 100% 7.2007 zu 33.50% heute). Auslößer war der Zusamenbruch zweier Hedge-Fonds der Bank Bear Stearns im Juli 2007.

Nur kurz zur Verdeutlichung: Stell dir vor, jemand hat für 100€ ein Auto gekauft und nun will er es dir für 80€ verkaufen obwohl es nur noch 60€ wert ist. Das Geschäft würde wohl keiner eingehen.

Dasselbe passierte den Zweckgesellschaften, sie wollten ihre Kredite verkaufen aber der Markt wollte viel zu wenig für sie bieten. Die Zweckgesellschaften konnten also nicht mehr alle toxischen Papiere verkaufen und die sanken immer weiter in der Bewertung.

Nun durften die Banken ihren Töchtern helfen, dank Kreditlinie waren sie zum teil sogar dazu verpflichtet. Wenn so eine Zweckgesellschaft Pleite gegangen wäre, dann hätte das auch Auswirkungen auf die Reputation der jeweiligen Mutterbank gehabt, also schön weiter Geld hineingepumpt.

Banken könnten für solche Situationen auch Kredite aufnehmen, jedoch trauten sich die Banken zweitweise nicht untereinander. Keiner wusste ob die Bank am nächsten Bank überhaupt noch existiert. Das verschärfte die Krise.

Tja und so existieren solche Risiken noch heute in vielen Banken (man spricht auch in diesem Zusammenhang von Leichen in den Keller). Wie man oben an de Chart sieht fällt der Index für ABS zweitweise ziemlich, bleibt abzuwarten wo das Ende ist.

Wenn sie sie nicht Pleite gegangen sind oder aufgekauft wurden, existieren die Banken noch heute.

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Mittwoch, Dezember 10, 2008 

Finanzkrise einmal leicht erklärt

Die Ursachen und Wirkungen der Kreditkrise sind schwer zu verstehen. Hier nun endlich ein Erklärungsmodell zur Finanzkrise, das jeder versteht.

Mandy besitzt eine Bar in Berlin-Kreuzberg. Um den Umsatz zu steigern, beschliesst sie, die Getränke der Stammkundschaft (hauptsächlich alkoholkranke Hartz-IV-Empfänger) auf den Deckel zu nehmen, ihnen also Kredit zu gewähren. Das spricht sich in Kreuzberg schnell herum und immer mehr Kundschaft desselben Segments drängt sich in Mandy's Bar.

Da die Kunden sich um die Bezahlung keine Sorgen machen müssen, erhöht Mandy sukzessive die Preise für den Alkohol und erhöht damit auch massiv ihren Umsatz. Der junge und dynamische Kundenberater der lokalen Bank bemerkt Mandy's Erfolg und bietet ihr zur Liquiditätssicherung eine unbegrenzte Kreditlinie an. Um die Deckung macht er sich keinerlei Sorgen, er hat ja die Schulden der Trinker als Deckung.

Zur Refinanzierung transformieren top ausgebildete Investmentbanker die Bierdeckel in verbriefte Schuldverschreibungen mit den Bezeichnungen SUFFBOND®, ALKBOND® . Diese Papiere laufen unter der modernen Bezeichnung SPA Super Prima Anleihen und werden bei einer usbekischen Online-Versicherung per Email abgesichert. Daraufhin werden sie von mehreren Rating- Agenturen (gegen lebenslanges Freibier in Mandy's Bar) mit ausgezeichneten Bewertungen versehen.

Niemand versteht zwar, was die Abkürzungen dieser Produkte bedeuten oder was genau diese Papiere beinhalten, aber dank steigender Kurse und hoher Renditen werden diese Konstrukte ein Renner für institutionelle Investoren. Vorstände und Investmentspezialisten der Bank erhalten Boni im dreistelligen Millionenbereich.

Eines Tages, obwohl die Kurse immer noch steigen, stellt ein Risk Manager (der inzwischen wegen seiner negativen Grundeinstellung selbstverständlich entlassen wurde) fest, dass es an der Zeit sei, die ältesten Deckel von Mandy's Kunden langsam fällig zu stellen.

Überraschenderweise können weder die ersten noch die nächsten Hartz-IV-Empfänger ihre Schulden, von denen viele inzwischen ein Vielfaches ihres Jahreseinkommens betragen, bezahlen. Solange man auch nachforscht, es kommen so gut wie keine Tilgungen ins Haus.

Mandy macht Konkurs. SUFFBOND® und ALKBOND® verlieren 95%, KOTZBOND® hält sich besser und stabilisiert sich bei einem Kurswert von 20%.

Die Lieferanten hatten Mandy extrem lange Zahlungsfristen gewährt und zudem selbst in die Super Prima Anleihen investiert. Der Wein- und der Schnapslieferant gehen Konkurs, der Bierlieferant wird dank massiver staatlicher Zuschüsse von einer ausländischen Investorengruppe übernommen. Die Bank wird durch Steuergelder gerettet. Der Bankvorstand verzichtet für das abgelaufene Geschäftsjahr auf den Bonus. Und schon ist wie immer alles gut.


via [http://tanzlehrer.twoday.net/stories/5375697/]

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Dienstag, Oktober 28, 2008 

Optionsscheine auf Volkswagen ausgesetzt?

Nachdem nun die Finanzkrise schon seit einiger Zeit wütet, konnte ich mir in den letzten Monaten ein kleines Finanz Know-How aufbauen. Man möchte schließlich ein wenig von den Zusammenhängen verstehen.

Da war der gestrige Tag natürlich sehr interessant für mich, besonders die VW-Aktie zeigte ja eine ungewöhnlich starke Schwankung.

Mittlerweile bin ich der Überzeugung, dass die Banken selbst nicht mehr die Risiken hinter den Schwankungen einpreisen können. So schreibt ABN AMRO:

"Sehr geehrte Anlegerinnen und Anleger,

aufgrund der außergewöhnlichen Marktsituation im Handel der Aktie und der starken Schwankungen (Volatilität) ist ein Handel in Produkten auf die Volkswagen Aktie derzeit nur zu einer erhöhten Geld-Brief-Spanne möglich. Anleger sollten diese Risikofaktoren bei Ihrer Kaufentscheidung berücksichtigen
"

Die Spanne von der hier die Rede ist, ist die Spanne zwischen Kauf und Verkauf von Optionsscheinen. Wenn man also einen Optionsschein kauft,muss man zur Zeit wesentlich mehr zahlen, als man bei gleichen Kurs dafür bekommt. Dies ist ei Indikator dafür, dass selbst für die Bank das Risiko sehr gross ist.


Hier mal ein Paar Verkaufs und Kaufspreise:
1,35€ vs. 3,35€ (ABN Amro AA06P7)
0,57€ vs. 99€ (CITIBANK CG0HFA)

Andere Banken haben Optionsscheine für VW komplett ausgesetzt, so z.B. Deutsche Bank und Commerzbank. Auf einen Anruf bei db x-markets wurde mir gesagt, dass diese Produkte schon lange nicht mehr verbrieft werden.

Also bleibt es weiter spannend..

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